|
1.
»Team: Toll, ein anderer machts«. Diese kindsköpfige Umschreibung wird häufig »aus Spaß« zur Definition von Arbeitsgruppen herangezogen. Die schmerzliche Erfahrung, dass dies durchaus ernstgemeint sein kann, haben schon viele Führungskräfte, Projektleiter und Team-Chefs gemacht.
Wie kommt das? Nun Gruppen werden zusammengesetzt und anschließend ohne Vorwarnung Teams genannt, mit dem Zweck, in kurzer Zeit hochkomplexe Ergebnisse zu erzielen. Doch ein derartiges Team ist nicht gleich automatisch ein Hochleistungs-Team. Der Etikettenschwindel führt nicht zu den gewünschten Ergebnissen.
2.
Ein Team kann man nicht ohne bestimmte Vorbereitungen einfach zusammensetzen. Vorbereitungen könnten sein:
• aus einer größeren Zahl von Team-Bewerbern werden durch bestimmte Diagnostik- Instrumente die Team-Geeigneten ausgesucht;
• bei einer bereits vorhandenen Gruppe wird die Team-Intelligenz des Einzelnen festgestellt. Durch Einzel- oder Gruppen-Coaching wird sie auf das erforderliche Maß angehoben;
• in spielerisch gestalteten Workshops werden die Ergebnisse überprüft, eventuell wird »nachgelegt«.
Der optimale Weg zum leistungsfähigen Team heißt »Entwicklung der Team-Intelligenz«. Diese sagt zunächst etwas aus über das effektive Zusammenspiel der Team-Mitglieder, deren Fähigkeit, mit Kritik und Fehlern umzugehen, und der Lust, sich gleichzeitig persönlich weiterzuentwickeln. Das ist die Team-Intelligenz des Einzelnen.
Es ist aber auch die Intelligenz des ganzen Teams gemeint. Erkennbar ist das Steigen dieser spezifischen Intelligenz an der Qualität der Ergebnisse einschließlich der Termin-Kompetenz und an der Team-Kommunikation.
Untersuchungen haben ergeben, dass die Gesamt-Intelligenz einer Gruppe niedriger ist, als der Intelligenz-Quotient des »dümmsten« Mitglieds (Geleitzug-Prinzip). In einem Team hingegen ist die Gesamt-Intelligenz höher als die des »intelligentesten« Mitglieds (synergetisches Prinzip).
3.
Andere Untersuchungen (des MIT in Boston) haben ergeben, dass der Unterschied zwischen einer blühenden und einer stagnierenden Organisation (das ist auch der Unterschied zwischen Team und Gruppe) in der Qualität der Kommunikation liegt. Allein die Verbesserung der Kommunikation, zum Beispiel weg von der Bedenkenträgerei und Problemanalyse hin zur klaren und leuchtenden Zieldefinition und der inneren Motivation des Einzelnen, ist das, was wir heute gern als »halbe Miete« bezeichnen.
Wenn das keinen Mut macht.
4.
So ist es eine Frage der Hebelwirkung. Während das »Zusammenschweißen zu einem unschlagbaren Team« durch abenteuerliches Outdoor-Training, Freeclimbing mit anschließendem gemeinsamen Schirmsprung, Nachtwanderungen oder Überlebenstrainings unter Verzicht auf Genießbares zu den »normalen« Team-Bildungsmaßnahmen besonders in den obersten Führungsetagen gehörte, erzielt man mit glasklarem, aber auch glashartem Kommunikationstraining mindestens das gleiche. Das ist allerdings vergleichsweise unspektakulär.
5.
Allerdings geht das schneller und die Wirkungen sind anhaltend und nachprüfbar. Das Anwenden moderner, praxisgerechter Kommunikationsmodelle, die
• die Kommunikation mit sich selbst, das Selbstmanagement, das Selbstbewusstsein, das Selbstvertrauen,
• die Kommunikation im zwischenmenschlichen Bereich, einschließlich sprachlicher und körperlicher Kommunikation im Nah- und Fernbereich,
• und die verantwortungsstiftende Führungskommunikation
coachen und damit entwickeln, führt zu dem, was als sprachliche Team-Kompetenz bezeichnet wird. Dadurch, dass Missverständnisse, Missgunst, Misstrauen und Miesepetrigkeit bereits in der Team-Sprache den Boden verloren haben, ist der Weg zur »qualifizierten Diskussion« nicht mehr weit. Und dadurch ist der Weg frei für Gesprächsarten, die die Kommunikation qualitativ hochziehen und gleichzeitig die Quantität verringern. Dadurch ist der Weg frei für aktives Zuhören und damit Lernen voneinander und er ist frei für Offenheit, Transparenz und Flexibilität
6.
Dies alles sind Zutaten der kommunikativen Intelligenz. Und da sich dies auf das ganze Team bezieht und auswirkt, verbessern sich nicht nur die Intelligenzen des Einzelnen, sondern die des ganzen Teams, was die Moderation im Inneren des Teams und die Präsentation aus dem Team heraus peppig und leistungsorientiert macht.
© Klaus C. Marwitz
|